Göttlich – Empfehlung!

Woody Allen muss im früheren Leben ein Wiener gewesen sein.

Grantig, zwider, ewig unrund, unverblümt, ehrlich, laut und neurotisch! Irgendwie scheint der Inhalt auch autobiographische Züge zu haben.
Genial!


Erfrischt, amüsiert, lauthalslachend das Kino verlassen.

10 Kommentare

Eingeordnet unter Ent(e)deckt

10 Antworten zu “Göttlich – Empfehlung!

  1. Ha, muss ich sehen. Genau das richtige für diese misanthropische Zeit.

  2. Der hat immer autobio… Dingens (wie ganz viele Künstler, glaube ich); aber was mich umgehauen hat, ist, dass selbst der gebeutelt wird von Unbehagen, weil er immer so „lustig“ ist, und dann will er ernst und gesetzt und tragisch und Bergman sein (Letzteres hat er sinngemäß selbst gesagt), und macht dann so was wie „Kassandras Traum“, was zwar nicht übel ist, was aber Andere auch hin gekriegt hätten (und vielleicht besser); dieser Film ist nun wieder 100 % Allen; der Hauptdarsteller könnte ein zweieiiger Zwilling sein (ich kenne allerdings nur Ausschnitte, zwecks wegen Hartz IV usw.)

  3. Videbitis

    Die Rolle hätte er auch selbst spielen können, oder? Okay, der andere hat’s auch gut gemacht. Mich hat der Film jetzt nicht soo überzeugt: Diese typischen Dialoge sind natürlich immer einen Filmbesuch wert, aber das Mädchen fand ich nicht sehr überzeugend (also die Rolle), das Pygmalion-Motiv fand ich etwas nervig, und in dieser Variante ist es eine zwar verständliche, aber uninteressante und unwahrscheinliche Wunschphantasie eines älteren Herren. Und das Ende – puuh, soviel Zuckerguß hat der Film eigentlich nicht verdient. Trotzdem: Angucken lohnt sich, das stimmt.

  4. Woody Allen ist ziemlich geprägt von jüdischem Humor – und der wiederum hat in Wien eine Heimstatt… so manches, was Graf Bobby populär macht, ist ursprünglich auch jüdischer Humor.
    Geh, so is’s halt.

  5. @gDino: Nun, nur weil es W.Allen ist, müssen nicht ALLE seine Filme gut sein. Vicky Cristina Barcelona hat mir zB nicht sonderlich gefallen. Bei Cassandras Traum habe ich ausgelassen, kann ich nichts dazu sagen.
    Ich finde diesen Film wieder sehr gelungen, aber wie man sieht (V. Kommentar) ist das Geschmackssache.

    @Videbetis: Die Rolle hat er vermutlich nicht selbst spielen können, sonst würden sie in seiner Vergangenheit kramen. Mein erster Gedanke bei Polanski war, der W.Allen hatte doch auch ein frühes Verhältnis mit seiner Adoptivtochter. Somit hat er den Ball weitergespielt (Altersunterschied seiner Liebschaft).
    Das Mädchen hat ein typisches (steckendummes) Südstaatenmädl gespielt, deren Weitblick nicht weiter geht als über den Tellerrand.
    Boris Yellnikoff, der Hauptakteur, der sich als verkanntes Genie sieht „ich war einmal für den Nobelpreis vorgeschlagen“ und kids zur Sau macht, weil sie nicht Schach spielen können, find ich einfach herrlich. Und wie er dem Kind eine mordstrum Goschn anhängt, weil es zu blöd zum Schachspielen ist und schlussendlich das Geld einsackt, das er gewonnen hat. Von einem Kind! im Park!
    Die Panikattacken, die ihn des nächstens plagen, wo er wild schreiend herumrennt und wegen nichts in die Krankenhausambulanz fährt.
    Dann, dass er bei einer gescheiterten Liebe (erste Frau ist ihm zu perfekt, zweite hat ihn verlassen, fällt dabei auf Frau , die ….) gleich aus dem Fenster springt.
    Der Wechsel der spießigen Mutter zur ménage-à-trois – köstlich.
    Das Ende ist genau so unwirklich wie der komplette Inhalt. Muss mich zurückhalten, damit ich nicht alles erzähle, aber den Film schau ich mir sicherlich nochmals an!
    Ich glaube, wir liegen im Sittenbild unserer Gesellschaft gar nicht so weit entfernt, so wie es W.Allen für uns szenisch darstellt. Ehrlich, der Film könnte genau so gut in Wien spielen.🙂 In D vermutlich nicht, ihr seid zu wenig verrückt, zu korrrrrrekt.😀

    @Wolfram: Das stimmt, ich liebe die Selbstironie des jiddischen Humors. Kishon konnte das auch sehr gut mit der „besten“ Ehefrau von „allen“.😉
    Sehr beißend und humorlos finde ich Kreisler (verbissener Mann), etwas weichgewaschen und daher besser ist der von Gerhard Bronner.

  6. @SchnickSchnackSchnuck: Besonders wenn man seine eigene Misanthropie mit einem Augenzwinkern sieht!
    Willkommen im Schwimmteich der Ente!

  7. Den Woody liebe ich schon immer! Zwischendurch kamen mal ein paar nicht so geniale Sachen, aber er landet immer wieder einen Volltreffer.

  8. @George: Find ich auch so.

  9. Nee, es geht ja gar nicht um Wertung im Sinne von „gut“ oder „schlecht“; mich hat das nur umgehauen, dass ein ohne alle Ironie wirklicher Großer Meister auch davon geplagt scheint, immer „lustig“ (zu) sein zu (müssen); wenn es dem so geht… (kein Größenwahn, geht ums Prinzip!)

    Irgendein Latiner hat doch mal gesagt, nur das Tragische wäre erhaben… Und ich wäre doch so gern erhaben, ach!

    „… ewig unrund…“ finde ich cool, chchch…

  10. ludi

    dass der immer noch lebt, dieser filmgauner *lach*
    oder ist das ein neuer woody allen, nummer 2?!
    naja, wenns herzerfrischend ist, dann werde ich mal mit ihr zusammen losdüdeln …

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