Aus dem prallen Leben einer Ente

Heute hat mich fast der Schlag getroffen.

War in einem großen öffentlichen Gebäude, wo ich mich mittlerweile mehr schlecht als recht auskenne, was folgende Geschichte beweist.

Ich verfüge über eine ausgesprochen schlechte Orientierung. In großen Gebäuden wäre für mich ein Navigationsgerät hilfreich – gibt’s so etwas fürs Eierfon? Augeklügelte Leitsysteme helfen bei mir gar nichts, weil ich auf alles schaue, nur nicht auf die Pfeile und wohin sie führen.

Ganz stolz habe ich heute zum Ort x hingefunden und war megamäßig erleichtert hingefunden zu haben ohne ein einziges Mal um den Weg zu fragen. Auf solche Fragen bekommt man sowieso keine richtige Antwort, darüber kann ich ein anderes Mal berichten. Die Erleichterung machte mich nachlässig und hat mich in eine peinliche Situation gebracht.

Ente startet voller Elan und Energie zu den Aufzügen. Will ein Stockwerk rauffahren. Während ich ewig auf den Aufzug warte, denke ich mir: „Wieso gehst du das Stockwerk nicht hinauf? Das schadet dir überhaupt nichts.“ Gedacht, getan! Drehe mich nach links, weil neben dem Aufzug die Fluchtstiege ist. Alle Türen sind grün. Ich reiße die Tür auf und denke mir dabei: „Die Türschnalle ist verdammt wacklig, das Öffnen der Brandschutztür geht mir heute so locker von der Hand, als hätte ich ein halbes Jahr Krafttraining hinter mir.“  Die Tür steht offen, ich will einen Schritt hinein, ein Stiegenhaus mit einer auffallenden Tiefe, ein Mann mit leicht gegrätschten Beinen zeigt mir den Rücken.


Bild aus einem Wikicommonszeugs

Mir kommt ein leises „Huch“ aus und anstatt dass ich mir die Hand vor die Augen halte, habe ich Angst mir die Brillen zu verschmieren und halte sie vor den Mund. Lasse die Türschnalle sofort los, als stünde sie unter Strom und flüchte in die andere Richtung. Praktischer Weise sind links und rechts neben den Aufzügen die Toiletten und vis à vis die Fluchtstiegen. Dort stemmte ich erleichtert die schwere Brandschutztür auf und flüchtete ein Stockwerk höher.

Warum frage ich mich, pinkeln Männer mit gegrätschten Beinen? Damit die Fürze leichter abgehen?

Es grüßt die Ente!

20 Kommentare

Eingeordnet unter Ent(e)deckt, ente on tour

20 Antworten zu “Aus dem prallen Leben einer Ente

  1. Ich kann dich direkt vor mir sehen🙂
    Nein, mit dem Furzen hat das nichts zu tun, sondern mit… aber das verstehst du ja eh nicht😉

  2. @George: der Länge …


    … des Pissoirschnabels!

  3. Da gibt es viele Möglichkeiten … die Länge ist eine – aber das verstehst du ja eh nicht😀

  4. Statt dir die Hand vor Augen oder Mund zu halten, hätte ich in dieser Situation empfohlen, die Nase zuzuhalten.

  5. Du bist nicht die Erste, die auf einem Herrenklo gelandet ist.. alles schon erlebt

  6. Hihi! Ich war sogar schon etliche Male in voller Absicht auf dem Herrenklo. Wenn mir bei den Damen die Schlange zu lang war.😀

  7. Klassenstandpunkt!!!

    (… ich meine: gegrätschte Beine… – boah: reimt sich hinten, is‘ Kunst…)

  8. michaela

    Da hast was falsch gemacht.😉
    Bei mir hat sich letztens der Herr entschuldigt und so getan als ob ER sich geirrt hätte.🙂

  9. Weil sonst die Hose runterrutschen würde, wenn man das Hosentor aufmacht. So einfach ist das ; )

  10. einfach so tun, als wär das normal…
    obwohl das ist irrsinnig schwer.

  11. Stehpinkler pissen immer daneben, und wenn es nur die Spritzer sind, die der aufprallende Strahl verursacht. Und da die Herren sich nicht gern ihre Hosen und Schuhe vollsauen wollen, müssen sie die Beine grätschen. In Wirklichkeit hilft das natürlich nur so viel, daß keine sichtbaren Spuren entstehen. Darum ist es übrigens auch völlig zwecklos, daß Männer sich nach dem Urinieren die Hände waschen – einmal die eigene Hose angefaßt, schon sind die Finger wieder schmutzig.

  12. poe

    ich pinkle nie in pissoirs, da ekelt es mich total …
    und was die puhs angeht …
    die stehle ich sanft in den wind …

  13. rufus: Ich habe extra gewartet und mir die Erklärungen genau durchgelesen. Es ist für Männer derartig kompliziert stehend sein Geschäft zu verrichten, daher plädiere ich für sitzen! Damit stehen Männer genau so lange am Klo an, wie wir Frauen.😉

    @lamiacucina: Ich habe sicherheitshalber die Luft angehalten.

    @Wienermädel: Mir ist das komischer Weise vorher noch nie passiert. Ich werd alt.😉

    @zimtapfel: Das habe ich einmal im Theater gemacht, selber war ich nicht drinnen, bin aber für eine Freundin Schmiere gestanden.🙂

    @gDino: Am schaukelnden Schiff, oder wo brauchst du einen guten Standpunkt?

    @michaela: Eine Freundin hat mir erzählt, sie ist ganz beherzt weitergegangen und hat den Mann als „Schwein“ bezeichnet, weil er sich ins „Damenklo“ eingeschwindelt hat.

    @weltbeobachterin: Rot bin ich glaube ich gar nicht geworden, also bin ich am besten Weg dahin.

    @nömix: Und wie ist das bei den Schotten?

    @videbitis: Männer waschen sich ausgesprochen selten die Hände nach dem Klo. Die Zahlen wurden irgendwo in einer verstaubten Statistik ausgeworfen, die ich jetzt nicht parat habe.
    Jetzt ekelt mir aber vor jeder Männerhose, wenn ich mir das nochmals durchlese. Das heißt, wir müssten Männer nach dem Klogehen mit einem Schlauch ab Hüfthöhe abspritzen, um sie spurenlos zu machen.

  14. nagelneuestestament

    Videbitis sagte es schon. Hat was mit Wasserraendern auf Lacklederschuhen zu tun. Und mit einem sicheren Stand, koennte ja die Tuer aufgehen und….

  15. michaela

    @ ente: Ich seh‘ schon – Männer und pinkeln, ist ein unerschöpfliches Thema.

    Ich finde es immer so bemerkenswert, dass Männer gar nichts dabei finden in der Öffentlichkeit „ihr Wässerchen abzuschlagen“. Kaum ist irgendwo am Straßenrand ein Bäumchen oder ein Busch, schon steht ein Mann dort und markiert. Manchmal habe ich echt das Gefühl sie wollen, dass man sie dabei beobachtet damit sie daraus einen Lustgewinn ziehen können.
    Genauso, wenn sie sich nachher alles wieder zurechtlegen. Irgendwann frage ich mal ob ich dabei helfen kann. Ich schwöre es!

  16. Dachte ich mir eh, ich bin einfach inzwischen am Häusel sitzen geblieben und habe etwas gesurft😉

  17. richensa

    Habe herzlich gelacht, klasse wäre es gewesen, wenn du den beschäftigten, breitbeinigen Herren nach dem Weg gefragt hättest!

    Und auch die liebe Damenwelt wäscht sich nicht zwangsläufig nach dem Klosettgang die zarten Hände, diese Beobachtung macht sich besonders gut auf Autobahnraststätten u.ä.

  18. joulupukki

    Wäre ich ein Mann, ich würde auch im Stehen pinkeln. Öffentliche Klobrillen sind noch viel eckliger.
    Aber den miesen Orientierungsinn teile ich mit dir. Habs mal geschafft auf der Champs Elysees nach einer 180° Drehung nie wieder dort anzukommen, wo ich losmarschierte. Seither vermeide ich es weiter darüber nachzudenken…:-/

  19. hier hätte ich die hand nirgends mehr hingehalten, außer unter eine Wasserleitung. Weißt eigentlich wieviele Bakterien sich auf so einer Klo-Türschnalle tummeln? *hihi

  20. @nagelneues Testament: Wenn ich nächstens wieder hereinplatze, dann werde ich näher treten, um mir die Lacklederschuhe anzusehen.
    Du erzählst Gschichtln …🙂
    Ich dachte immer, Lacklederschuhe tragen ältere Herren mit großem Bauch, um zu sehen, was unterhalb vom Bauch ist.

    @Michaela, du hast Recht, da haben’s kan Genierer. Wenn die Sachen dann so in die Hose geschüttelt werden, ist genau so lustig, wie wenn immer wieder mit Griff zwischenkontrolliert wird, ob noch alles da ist.

    @rufus: Möchte nicht wissen, wie viele am Thron sitzen, SMSen, twittern und bloggen.

    @richensa: Ich finde es sowieso hygienischer, wenn in den Toilettenzellen eine Waschgelegenheit wäre.

    @jouli: Das kommt mir sehr bekannt vor. Wir sind einfach zu spontan in unseren Ideen.😀

    @Ellja: Ich will es gar nicht wissen. Deswegen gehe ich nur im äußersten Notfall „fremd“ auf’s Klo.
    Es gibt aber Toiletten, da kann man sich den Allerwärtesten waschen und föhnen lassen. Hab ich mich noch nie getraut.🙂 Solche Geräte sind mir suspekt.

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