Bulgogi

ist eine koreanische Spezialität. So sagt das Kim Sohiy in ihrem Kochbuch. Erinnert habe ich mich an dieses Gericht, als die arme katha, via Twitter nach einem ordentlichen Rezept für Rindslungenbraten gerufen hat. Das Gericht hatte ich vorher vergessen nachzukochen, obwohl ich das geistig irgendwo notiert hatte. Ich erinnerte mich, als der Hilferuf durch die Twittergemeinde rauschte.
Nachdem katha von ihrem Bulgogi so geschwärmt hat, wollte ich es diesmal auch probieren.

Kims Rezept für die Marinade habe ich ein bisschen abgewandelt und es war nicht zum Nachteil.
Das Gericht ist sehr einfach nachzukochen und lässt sich gut vorbereiten. Einziger Nachteil, das Fleisch muss kurz vor dem Servieren nach und nach im Wok gebraten werden. Wenn man noch dazu keinen Gasbrenner hat, dann ist die Power im Topf leider ein wenig wenig. Aber, es ist gut gelungen! Das Fleisch habe ich in Portionen gebraten, warm gehalten und war vorzüglich.

Bulgogi
für 6-7 Personen
1,3 kg Rindslungenbraten, Beiried oder bei mir bestens abgelegenen Rostbraten.

Marinade:
3/4 cup Sojasauce
2 EL Honig
3 TL Reiswein
4 Jungzwiebel, einmal der Länge nach geteilt und in feine Halbringerln geschnitten
6 Knoblauchzehen gerieben
2 Birnen (bei mir waren es Forellen) schälen und reiben
ein ordentliches Stück Ingwer gerieben (da ich Ingwer sehr gerne mag, nehme ich immer mehr, als in Rezepten angegeben ist. Bei mir war die Wurzel ca. 6 cm lang)
1 TL schwarzer Pfeffer, im Mörser grob gemahlen
ein paar Chiliflocken (je nach Geschmack)
3 TL Sesamöl
3-4 Karotten julienne geschnitten (nicht zur Marinade geben)

Finish:
3 TL Sesamkörner trocken geröstet
gekochter Reis
knackige grüne Salatblätter (bei mir Eisbergsalat)

Das Rindfleisch ganz straff in eine mit Öl bepinselte Klarsichtfolie wickeln und in den Tiefkühler geben, um das Fleisch anfrieren zu lassen. Im Kochbuch steht 1/4 Stunde – da tut sich einmal gar nichts. Bei mir war es eine 1/2 Stunde, da war auch noch nichts los. Ganz bestimmt ist das davon abhängig, wie knackevoll der Tiefkühler ist.Eine Stunde kann man ohneweiters rechnen, um das Fleisch anzufrieren und damit leichter aufschneiden zu können.
Dann das Fleischstück auswickeln und wer hat, mit einer (Brot)schneidemaschine (glatte Klinge!) in dünne Scheiben scheiden. Da das Fleisch angefroren ist, geht das auch sehr gut mit einem gut geschliffenen Fleischmesser. Die Scheiben nochmals in recht breite Fleischstreifen teilen, oder in Quadrate, wie man halt gerade lustig ist. Ich bin da großzügig und lasse allen ihren Freiraum. Nur keine Fitzelei soll es sein!😉

Die Marinade vermischen und mit dem Fleisch etwa 1/2 Stunde marinieren. Ich gebe die Fleischmischung nicht in den Kühlschrank, weil beim raschen Anbraten der Pfanne zu viel Hitze genommen wird. Außerdem soll Fleisch ja nie kalt verarbeitet werden, weil es sonst zäh wird.😉
In der Zwischenzeit den Reis kochen.
Salatblätter waschen. Ich gebe die gewaschenen und noch feuchten Salatblätter in ein Tiefkühlsackerl, dreh es zu und wieder in den Kühlschrank zurück. Die Blätter bleiben schön knackig.
Die Sesamkörner trocken rösten. Achtung, die werden plötzlich schwarz, daher immer ein Aug drauf haben und in der Pfanne rütteln.
Den Wok trocken erhitzen und dann ein bisschen Sesamöl am Rand entlang einlaufen lassen. Nicht zu viel, denn in der Marinade ist bereits Öl, wer sich erinnert. Wok sehr heiß werden lassen. Jetzt die geschnitzten Karotten zum Fleisch geben. Ich lasse sie nicht mitmarinieren, weil dann das hübsche Orange der Karotten einfach bäääh wird. Nun das Fleisch in kleinen Portionen rasch 2 Minuten anbraten. Aus der Pfanne nehmen und warm stellen.

Wenn das Fleisch fertig gebraten ist, die Teller mit Salatblättern belegen (wie Schüsserln), Reis darauf und das gebratene Fleisch verteilen. Darüber ein paar Sesamkörner streuen.

18 Kommentare

Eingeordnet unter küchenente

18 Antworten zu “Bulgogi

  1. Erinnert mich an das was BH am Naschmarkt gegessen hat, als wir dort waren (wie hieß das Lokal nochmal? Da woars echt sauguat!)

    Das wär ja glatt mal wieder eine Gelegenheit unsere sündhaft teure Schneidemaschine in betrieb zu nehmen🙂

  2. ps: das Neni wars, ich WUSSTE doch daß ich mir eine Karte eingesteckt hatte (Visitenkarte, nicht Speisekarte! ;))

  3. ja, das ist ein simples, gutes rezept – zum glück habe ich auch die kochbücher, aus denen du mir rezepte mit seitenzahlen empfiehlst😉

  4. Super!

    Ein Gasbrenner und ein anständiger Wok fehlen mir auch…

  5. Welches Buch hast du denn von ihr, oder gleich mehrere?
    Ich mag Kim und hätte auch Lust auf ein Buch von ihr, allerdings würde mich dann interessieren, ob sie in den Büchern eher bodenständig oder schon etwas aufwändiger kocht. Letzteres würde mich mehr interessieren.

    PS: Gasbrenner und WOK sind als Voraussetzung vorhanden ;o)

  6. ludi

    lunge? rindslunge?
    oje …
    trotzdem: guten appetit!🙂
    *winke*

  7. Das sieht wirklich sehr lecker aus, allgemein mag ich koreanisches Essen sehr gern. Eine Freundin von mir kommt auch aus Korea und hat für uns mal Bi Bim Bap gekocht, das Nationalgericht. Es war wirklich sehr lecker, vor allem die feurige rote Paste.

  8. entegut

    @George: Genau Neni, du bist gut organisiert.🙂

    @katha: Da bringe ich dich ja eher schwer in Verlegenheit.😉

    @Barbara: Da können wir uns noch etwas wünschen.🙂

    @ludi: Klar Lunge, vom gekreuzten Rindsgeflügelschwein, gebraten und vor’s Fenster gehängt. Sobald die erste Fliege sich draufsetzt, sofort verarbeiten.

  9. wieder mal was ordentliches zu essen, wie schön, vom Gezwitscher wird auf Dauer kein Mensch satt. Brauchts zu diesem Gericht extra Bulgogi-teller ?😉

  10. klingt für mich nach viel Arbeit

  11. entegut

    @lamiacucina: Wenn du ein Argument bei Frau L. benötigst, um neue Teller kaufen zu können, dann sind sie natürlich -u-n-b-e-d-i-n-g-t notwendig!

    @Welti: Nein, eigentlich ist die Zubereitung gar nicht viel Arbeit. Das dünn Aufschneiden ist nicht viel mehr Arbeit, wie wenn du Gemüse julienne schneidest.😉

  12. Ich tu mir immer so schwer ein schönes Stück Rindslungenbraten in Streifen zu schneiden. Da tut mir´s Herzal weh. Also würd ich auch Beiried oder Rostbraten nehmen. Und wie man sieht, klappts eh auch. Schaut ganz vorzüglich aus.

  13. Ich mag die Köchin, schon allein die Kombination aus ihrem asiatischen Aussehen und dem Österreichischen Akzent find ich toll.
    Mich interessiert, wie die Rezepte in ihrem Büchern gestaltet sind. Eher bodenständig , einfach ioder ansprucsvoll, gehoben? Letzteres würde mich reizen, mir eines ihrer Bücher zuzulegen

  14. Bei uns um die Ecke gibts ein Bulgog-Haus, das ich schon die ganze Zeit mal ausprobieren wollte; das Vorhaben ist soeben auf meiner To-Do-Liste ein ganzes Stück nach oben gewandert!

    Das Gericht sieht wirklich fantastisch aus und klingt auch so – werd ich demnächst definitiv nachkochen; unabhängig vom Restaurantbesuch!

  15. ich lass mal die Notiz hier, dass mir deine Beiträge fehlen, hab dich immer gern gelesen und du hast meine Wienbegeisterung vermehrt.

  16. michaela

    Was ist den mit der Ente los? Ist doch noch gar nicht Martini, dass sie sich verstecken muss.😦

  17. Lecker! Dazu noch Ssamjang und die Welt ist perfekt. Aber das Grillen am Platz macht schon Spaß, eventuell gibt es eine portable Induktionsplatte, dann geht es auch ohne Gas und Wok.

  18. in was für einem restaurant, entchen, könnte ich das denn hier bekommen in der metropole des ländles? (kochen kann ich mir sowas „kompliziertes“ nicht, das versuche ich erst garnett …)

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