Teuflisch böser Entencontent

Zart besaitete Menschen, oder jene, die gerne im Mittelpunkt stehen, sollen lieber nicht weiterlesen. Es könnte die gute Zwischenmenschlichkeit im internetten Net gefährden.

Twitter, Blogs, google+, (facebook ist endlich out – wie lange habe ich darauf gewartet!), alle haben gerade gut heraus, wie sie ihre Person, respektive den mitgewachsenen web 2.0 Inhalt an den Mann und an die Frau bringen.

Meine Position dazu: Ich reagiere recht allergisch auf Selbstvermarktung. Blogs, Twitter und Konsorten nütze ich als Zeitvertreib und Wissensaustausch, keinesfalls als Marketinginstrument. Deshalb bleibe ich unter einem Pseudonym öffentlich. Wer penetrant vermarketet, geht mir auf kurz oder lang schwer auf die Nerven. Ich vertrage es auch nicht, wenn man Versprechungen via Social Media ohnehin nicht einhält. So warte ich seit 1 1/2 Wochen darauf, dass endlich nachhaltige Palmblätterschalen mit Chilis beim österr. Lebensmittelmarkt und Marktführer erhältlich sind. Schuss ins Knie! Immerhin hat man versucht, das auf Twitter und Blog kundzutun. Was tut man nicht alles für Geld? Auszug aus dem Blog von J_N! „sozialförderlich und ökonomisch tragfähig bewirtschafteten Wäldern“, daraus werden die Holzschüsserln gemacht, das finde ich noch immer unterhaltsam und zum Schreien lustig. Es gab auch schon jemanden der monierte, er folge keinem Twitteraccount mit Markennamen. Dieser jenige Verweigerer hat einen bezahlten Vortrag beim Markentwitteracount gehalten und folgt trotzdem nicht aus Dankbarkeit.❤ Schuss ins Knie! Die Twitteranten und Blogger sind halt auch nicht so deppert, nur weil sie manchmal vielen Menschen/Accounts „folgen“. Und die befreundeten und verwandschaftlich verbandelten Follower von J_N waren sehr böse, weil das tut man nicht. Man muss immerhin in Twitter eine gewisse Dankbarkeit zeigen. Wäscht nicht eine Hand die andere Hand der Publizität? Gestern war im herkömmlichen TV ein Bericht über einen Dankbarkeitsbesuch großbusig Katzenberger vs runzelig Drews und da kam es auch zum Eklat, weil man die guten Regeln des professionellen Marketings nicht einhielt.😀 Bad in der Menge, koste es was es wolle.

Bei den Vermarktungsexperten gibt es gerade zwei Blog-Kategorien, die recht aktiv sind:

a) Bücherblogs, sie werden zugeschüttet von Gratiszrezensionsexemplaren eher wenig lesenswerter Literatur. Das sind dann die Bücher, die ganz vorne und zufällig beim Eingang (Handel) stehen, oder in der Bestsellerliste stehen.  Ganz stolz (Suchmaschine sei Dank!) glauben sie als Qualitätsblog ausgewählt worden zu sein, um über die Veröffentlichung zu berichten. Hier ist übrigens die Schnittstelle zu den Kochblogs. Denn auch die werden bereits mit minder mittelmäßgen und qualitätiv weniger guten Kochbüchern überschüttet. Keiner getraut sich so recht etwas Böses zu sagen, weil er dann ja nicht mehr zum Kreis der Auserwählten zählt. Ist das eigentlich NLP, was hier gerade in Blogs und auf Twitter abgeht? Ach ja, auf NLP steh ich übrigens überhaupt nicht, was nicht zu erwähnen notwendig ist.

B) Kochblogs, die gerade das Kochen neu erfinden und gegen Jamie Oliver wettern, da er eigentlich nicht kochen kann, sondern nur darauf aus ist, erwähnt zu werden und publicitygeil ist. Kochblogs sind überhaupt nicht publicitygeil, sie werden einfach gelesen, weil sie so gut sind….. Man beißt sich gegenseitig ins Wadel, weil man meint, „Espelette“ im Kochblog erfunden zu haben und möchte sich gerne erwähnt wissen. Vielleicht um seine eingeweckte Ware zu vermarkten, oder einfach, weil man so genial ist?

Ich gratuliere Blogbetreibern, die sich dagegen wehren, hier nicht mitzumachen. Es gibt ganz, ganz wenige sehr starke Persönlichkeiten, die das durchstehen (und leider ihre Blogs ruhend stellen). Die anderen sind weich und fühlen sich halt noch immer bauchgepinselt. – Ihr Armen! Ihr seid kein auserwählter Blog sondern einer unter xxx Blogs, bitte Augen aufmachen! Schon alleine über ein Kochbuch zu schreiben, das man als schlecht empfindet, finde ich ein bisschen … ja komisch. Da mag ich dann wieder den Löffelblog, der das Buch zurückgeschickt hat. Übrigens, finde ich dieses exzellent hässliche Kochbuch schon wieder so genial, weil es eben von diesem Perfektionismus endlich weggeht. Ich weiß, ich bin eine gespaltene Persönlichkeit.  :-) Aber Kochen geschieht aus dem Bauch, aus Passion, mit Produkten die es jetzt gerade am Markt gibt. Soulkitchen, kann auch versalzen sein, wenn die Seele gerade so überschwappt. Bitte kein Salz mit der Briefwaage oder mit einem nicht genormten österreichischen Teelöffel messen! Grundsatzfragen, welches Nudelwasser mit welchem Salz besser salzig schmeckt finde ich einfach eine Lachnummer. Bei Salzflocken auf einem weichen, pochierten oder Spiegelei ist es wiederum für mich wichtig, wie der Salzkristall am Gaumen oder der Zunge zergeht und wirkt.

Bleiben wir bei der Vermarktung von Blogs: Da ist gerade eine deutsche Zeitschrift „B“ dabei, einen Foodblogcontest ins Leben zu rufen. Auf Twitter beschwert man sich, man bekomme böse Kommentare auf seinen Blog. Es wären Neider. Ja, wird schon so sein. Aber wenn man ganz narrisch darauf ist, bei einer Abstimmung des besten Kochblogs dabei sein zu wollen, dann muss man mit Gegenwind rechnen. Berühmtheit hat man nicht unter Kontrolle.

Erfahrungsgemäß sind „Winner“ solcher Abstimmungen leider „Looser“, ziemlich langweilig und inhaltlich keine Straßenfeger. Schade, denn diese Blogs habe ich gelesen, weil sie eben so spritzig natürlich und so unkommerziell waren. Das ist meine Erfahrung, die ich dabei habe. Und ihr? Habt ihr die Veränderung auch entdeckt?

Wie wird man in der Blogwelt wahrgenommen?

– Wenn man viel und überall kommentiert. Besonders dort, wo viel Traffic herrscht. Also auch dort, wo es vielleicht gar nicht kommentierenswert ist. Aber Verlinkungen sind sehr wichtig, wenn man ein engagierter Blogger ist.

– Man registriert sich auf irgendwelchen Plattformen, um „auszuprobieren“, ob man dann mehr gelesen wird.

– Man zwitschert sich die Seele aus dem Leibe. Diskutiert über den Luftdruck, der das Garverhalten von Fisolen (grünen Bohnen) beeinflusst. Erfunden, wäre aber ein schöner Gag, aber moment, Luftdruck kann man nicht verkaufen, dann schon lieber einen Topf der Marke X. Da gibt es Thermoblogs, die alles mit dem Wundergerät zubereiten. Nur auf Urlaub kann man damit nicht fliegen. Das ist wieder eine andere Branche.

– Trittbrettfahrer, man hat recht wache Augen und springt auf Züge quasi als blinder Passagier auf.

– Lustige Bloggeractivity! Da werden Objekte aus Holz mit der URL des Blognamens auf die Reise geschickt  und viele machen mit, als würden sie auf Pickerljagd für ihr  Sammelalbum sein. Das Objekt sollte auf Reisen gehen, aber da die Blogger ganz stolz sind endlich den Löffel (hieß früher Stöckchen) in die Hand bekommen haben, wollen sie ihn nicht mehr hergeben.

Was dabei schade ist, dass das Bloggen als Freizeitbeschäftigung und objektive Berichterstattung dabei komplett verloren geht. Die Inhalte dieser Blogs sind auch nicht mehr so leicht und locker geschrieben, sondern man erkennt die Verbissenheit der Bloghausherrln und -frauen darin, am nächsten Tag die Zugriffsstatistik zu kontrollieren.  Themen entstammen aus Trittbrettfahrerblogs, oder vom nochmaligen Auslutschen breit diskutierter Inhalte mit hoher Aufmerksamkeit.

ad Blogstatistik: Bitte dabei nicht vergessen, die Verweildauer am Blog zu checken, ein Suchmaschinen Analyticsprogramm hilft dabei.  Ein Zugriff ist kein Qualitätsbeweis!

Bleibt so wie ihr seid, ihr werdet auch ohne Heckmeck wahrgenommen. Die Qualität der Zugriffe ist höher. Ihr seid dann so viel Wert, wie ein handgeschriebener Brief oder ein ein handgeformtes Vanillekipferl.

Es grüßt ganz herzlich die Ente

 

PS: Guten Tag

Ihr Blog hat unsere Aufmerksamkeit erregt, aufgrund der Qualität seiner Rezepte.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich auf Kleinesschwänzchen.com einschrieben, damit wir auf ihn verweisen können.

Kleinesschwänzchen ist ein Verzeichnis, das die besten Kochseiten des Internets zusammenstellt. Mehrere hundert Blogs sind schon hier eingeschrieben und profitieren davon, dass Kleinesschwänzchen ihre Seite weiter bekannt macht.

49 Kommentare

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49 Antworten zu “Teuflisch böser Entencontent

  1. Böseböse :))) Gefällt mir!😉

  2. Thea

    Danke, liebe Ente. Ich habe kein Blog, kommentiere aber gerne, jedoch nicht „zu gern“, d.h. ich gebe meinen Senf nur aber, und das freiwillig, wenn ich tatsächlich etwas zu sagen habe, selbst wenn ich nach 12 Stunden Ackerei schon ziemlich groggy bin. Dies ist mein erster Enten-Kommentar, aber über esskultur ist mir die Ente, sind Sie mir natürlich – fast – vertraut.
    Nochmals Danke für diese hoffentlich von vielen gelesene „Suada“. Musste ja auch ‚mal gesagt werden. Herzlich aus Piefke-Land😉

  3. Thea

    Muss natürlich heißen: „… Senf nur ab…“ Ist schon spät.

  4. es grüßt dich herzlich mono no aware und zollt dir großen beifall ob eines herrlich satierisch, aber auch ernst gemeint, sehr gut gelungenen beitrags mit besonders HOHEM wahrheitsgehalt (so finde ich!)

  5. Alles sehr schön und wahr und ziemlich unwidersprochen! Und btw. würde ich mich freuen, wenn einige Betreiber von Kochblogs so gut kochen und so fundiert und gleichzeitig leicht darüber berichten könnten wie ein… sagen wir mal Tim Mälzer. Über den wird so viel die hochgetragene Nase gerümpft von selbsternannten Kochprofis, dass es mich graust.

    Was Neid, Zugriffszahlen usw. angeht – davon kann ich wirklich ein Lied singen. Allein darüber zu schreiben, birgt schon Neidgefahren in der Community, die mir selbst immer beliebiger erscheint. Interessant ist, was Du sagst zu Verweildauer. Genau diese ist für mich zwar ein Signal, wichtiger als Verlinkungen und allem was dazu gehört und sich drumherum tummelt. Aber am Ende des Tages schreibe ich meinen Blog für mich. Weil ich gerne schreibe, weil ich für mein Leben gerne koche, weil ich nachts von Saucenbädern träume und versuche meine Kochsinnlichkeit in Worte zu kleiden.

    Vor einiger Zeit habe ich von einem Verlagsmitarbeiter erfahren, dass er täglich von Bloggeranfragen und Bitten nach Kochbüchern zugeschmissen wird. Das war mir persönlich neu und auf so eine Idee würde ich nie kommen. Seitdem werte ich so manche Buchrezension auf Kochblogs anders und habe mir geschworen, weniger naiv durch mein Bloggerleben zu gehen. Trotzdem lasse ich mir von diesen „Gourmet-Fleischfangjägern“, „Bucherbettlern“ und anderen den Spaß nicht nehmen!

    Wobei ich persönlich gar nichts gegen Werbung in Blogs hätte. Sie müsste nur klar und wahr sein. Und als solche gekennzeichnet. Das trauen sich aber wohl viele nicht, weil´s dann wieder die nächste Neiddebatte lostritt.

  6. Mit dem Hinweis auf Naivität schließe ich mich Arthurs Tochter an:
    Ich hab auch eine ganze Weile gebraucht, um diese abzulegen.
    Allerdings sollte man nun nicht umkehren und hinter jedem Blogbeitrag oder Event verwerfliche Gründe vermuten.
    Der Grat ist wohl schmal.
    Denn eines ist sicher: Man stellt sich mit seinen Gedanken nicht öffentlich, um dann NICHT gelesen zu werden🙂

    LG
    Heike

  7. Anterl,
    ich glaub, das wird ein langer Kommentar zu einem langen, überfälligen Post.
    Streng wie du immer bist (und das ist gut so inmitten aller virtuellen Schmeicheleien), bringst du mich dazu, sofort mein Blog-Verhalten zu überprüfen. Ertappt: ich behaupte nach wie vor, das JO kein guter Koch ist. Ich kann das sogar begründen, aber nicht hier. Im Vermarkten ist er übrigens 1A, wie manche Foodblogger auch.
    Dass wir Blogger uns alle selbst in der Öffentlichkeit darstellen, ist klar. Selbstdarstellung ja, Selbstvermarktung nein? Ganz einfach ist es wohl nicht, die Grenze zu ziehen. Darüber habe ich als Bloggerin schon viel gegrübelt und meine persönlichen Konsequenzen gezogen: kein Facebook, kein Twitter, keine Rankings, keine Buchbesprechungen von Gratisexemplaren, keine Produktwerbung. Einerseits bin ich glücklich mit meiner Nische, die ich mir gesucht habe und freue mich über eine kleine, feine Leserschaft, andererseits ärgere ich mich fast so wie du, über diese laute, geschwätzige Entwicklung. Ich bin aus dem grossen Forum Chefkoch u. a. wegen Zugriffshurerei (Traffikhunting wäre feiner ausgedrückt) und anderen Peinlichkeiten geflohen und merke, dass ich in der Foodblogwelt wieder eingeholt werde. Vor ca. 2 Jahren wie ich mit meinem Blog angefangen habe, verwendeten noch nicht so viele Blogger Facebook und Twitter als Marketinginstrument. Irgendwie gefiel es mir damals besser.

    „Da werden Objekte aus Holz mit der URL des Blognamens auf die Reise geschickt und viele machen mit, als würden sie auf Pickerljagd für ihr Sammelalbum sein.“
    Kurioser als die „Activity“ selbst (AT, das hast du wohl überlesen?) finde ich, dass sich die Leute um das Stöckchen anstellen wie Hungernde ums Brot.

  8. jaja, Ente, so wahr. Aber ist die Bloggerwelt nicht einfach auch nur eine Abbildung vom Leben. Denn da gibts die ja auch alle, die Selbstdarsteller, auf-allen-hochzeiten-tanzenden-wollenden, die Exakten, die Kritischen, die Schluderer, die Jamie-Oliver-Fans (ich bin einer) und -freinde, die Dampfplauderer, die Stillen, die heimlichen, die lauten und die leisen und die, die sich sowieso über alles stellen und mit all dem gar nix zu tun haben wollen. Und wie im echten Leben, sucht man sich halt seine Lieblinge aus, die man ab und zu besucht. Ich glaub, man hat eh so ein bisserl ein Gespür dafür, was echt ist und was zuviel Show (die schmerzgrenze ist ja nicht bei jedem gleich).

    Eline, bin ich froh, dass du das mit dem Stöckchen sagst. Ich dachte, ich wäre vielleicht zu wenig im Zeitgeist, um diese Kuriosität zu verstehen😉.

  9. ich habe schon gedacht, meine Subscription wäre defekt, weil kein weiterer Kommentar hinzukam. Dieser Post hat sicher das Zeug zum Klassiker!😉

    Die Bemerkung “ anstellen wie Hungernde ums Brot“ finde ich despektierlich allen gegenüber, die bei dieser Aktion mitmachen. Geboren aus einer Weinlaune, relativ professionell umgesetzt (so bin ich halt) – so what? Es geht doch nur darum, etwas Spaß zu haben und einen Löffel auf die Reise zu schicken. Für mich persönlich wäre es sehr schade gewesen, wenn ihn keiner hätte haben wollen, insofern freut mich das natürlich sehr und ich bin sehr gespannt auf viele Fotos und lustige Beiträge. Vielleicht sind auch alle bloß scharf auf eines der Bücher – auch das ist legitim.

    Aus dem Chefkoch habe ich mich vor allem verabschiedet,weil die Diskussionen keine mehr waren. Flach, von Unkenntnis geprägt und streckenweise voller Niveaulosigkeiten. Da habe ich es jetzt in meinem Blog besser. Dass er vielen gefällt, bzw. dass vielen gefällt, was oder wie ich schreibe ist schön. Für alle anderen und für mich auch. Wie im wahren Leben auch halte ich es bei den Bloggern mit dem Motto: Leben und leben lassen.

    Mich ärgert nur immer mehr, dass die blogger anfangen aufeinander einzudreschen. Sei es aus Neid oder aus Unkenntnis. Und man kann sich nicht in die Öffentlichkeit begeben und dann erschrocken sein, wenn jemand hinsieht. Oder vergleicht. Was man selbst daraus macht, das ist wichtig. Nicht das, was andere mit einem tun wollen.

  10. AT, wenn ich despektierlich war, dann gegenüber Hungernden. Ich hätte ein besseres Bild finden können, da hast du vollkommen recht. Mangels eines Einfalls lehne ich mich an die Ente an: „viele machen mit, als würden sie auf Pickerljagd für ihr Sammelalbum sein.“
    Ich sehe nichts, wo Blogger aufeinander eindreschen, wahrscheinlich lese ich zu wenig. Und nicht immer steckt Neid hinter Kritik, manchmal auch Enttäuschung über Entwicklungen.

  11. Pickerljagt finde ich schön. Erstens habe ich wieder ein Wort gelernt und zweitens klingt es (in meinen deutschen Ohren) freudig.
    Hinter guter angemessener Kritik sollte niemals Neid stecken. Ich glaube, ich kann da gut unterscheiden. Kritik mag ich. Sie bringt mich zum Nachdenken, zum Innehalten und zum Stehenbleiben. Oder Weitermachen. Neid mag ich nicht, vielleicht weil mir diese Wesensart so fremd ist. Ich finde sowieso, wir alle sollten uns mit anderen viel mehr freuen. Aber das nur so am Rande.

    Deine Enttäuschung über manche Entwicklung kann ich gut nachvollziehen. Ich glaube aber auch, dass der Hype um Blogger zur Zeit sehr groß ist und in angemessener Zeit auch wieder abebben wird. Über werden „die Guten“ bleiben, das war schon immer so. Diese zu definieren überlasse ich jedem selbst.

  12. Da blogge ich seit 6 Jahren so still meinen Stremel vor mich hin und finde mich inmitten eines Hypes wieder, zu dem ich nicht befragt wurde. Schade eigentlich, bis dato hatte es mir mein Hobby eigentlich Freude bereitet, die einer ziemlichen Ernüchterung gewichen ist.

  13. Pingback: Wunschkochen (10): Eisbecher „Ente“, Zwetschgensorbet mit Portwein und Ingwer « lamiacucina

  14. Bei so manchen habe ich auch im Hinterkopf das es mittlerweile eher um das „gute Präsentieren“ für Marketing Firmen geht, also um das was wirklich zählt, nämlich kochen!
    Was ich als sehr schade empfinde. Das manche sogar wegen Produktproben (und so nenne ich auch das Rezessions-Kochbuch) selbst anfragen, sehr schade. Ich lasse mir als Blogger meine Meinung nicht verbieten, immerhin ist die Meinungsfreiheit unser wichtigstes gut, und wenn ich damit auf die Schwarze Liste der „PR-Agenturen“ kommen sollte, mir auch recht.

    PS: Bei mir hatte es glaube ich gute 6 Monate gedauert bis ich überhaupt die Statistik der Zugriffe bei wordpress gefunden hatte.

  15. So teufisch ist der Content doch gar nicht, oder sind die Empfindlichkeiten so gross?
    Aber Roberts „Dessert-Award“ hast du dir wirklich verdient.

  16. Ich hab deinen Artikel gerne gelesen und trotzdem vergeht mir dabei die Lust am Bloggen… Das war vor ein paar Jahren schonmal so, als nach und nach Alle anfingen nur noch über´s Bloggen, über Twitter und Facebook zu schreiben. Meta-Blogging. Langweilig. Das selbe erlebe ich grade wieder bei Goggle+.
    Ich lebe z.B. bei Facebook mein Mitteilungsbedürfnis aus – der Qualitätscontent landet im Blog. Super-Konzept eigentlich😉
    Überhaupt hat man´s grade als Foodblogger schwer die political correctness zu wahren. Neulich hat mir eine Zeitschrift zwei Exemplare geschickt und angeboten ein paar Abos zu verlosen. Da das Heft toll war wollte ich das machen, konnte aber drei Nächte nicht schlafen, weil ich nicht wusste, wen ich mit der Aktion verprellen werde…
    Zwischen lauter waszumteufelsollichkochen und scheißewaskocheichheute Webseiten kam mir die Idee da eine regelmäßige Aktion im Blog draus zum machen: „Chef Hansen koch mir was“ – Auf Facebook zur Diskussion gestellt, kam als erster Kommentar, dass ich damit ja nur mein Ranking verbessern wollte. Immerhin fand ich dann interessant, wie schnell ich die Lust an einer guten Idee wieder verlieren kann.
    Was die Frauenzeitschriftaktion angeht bin ich ganz bei dir und habe auch bedenken, was das mit der Blogwelt anrichtet… Schon alleine der „Gewinn“ – warum denken die eigentlich, dass ich als Blogger Zeitschrift sein will!? Ich will schreiben wo nach mir grade ist. Und ich will Feedback, am liebsten sofort…

    Meinen Löffel hab ich übrigens persönlich abgeholt und er befindet sich grade auf der Reise🙂

  17. Liebes Anterl,

    eigentlich hast du ja recht mit deiner Kritik, sehr sogar. Aber eben nur eigentlich, denn genau das, was du kritisierst finde ich das Spannende an den Foodblogs. Diese bunte Mischung an Eitlen, Genialen, Neidern, Kochprofis, Unfähigen, Rezeptesammlern, Besserwissern, Durchgeknallten, Geldverdienerwollenden, Nörglern, Kochlöffelversendern, Guten, Bösen, Lauten, Leisen, Fotoprofis, Knipsern, Abgehobenen, Kochbuchabgreifern, Bodenständigen usw. usw..

    Ich muss ja nur die lesen, die mir gefallen. Wobei mir aufgefallen ist, dass ich gar nicht definieren kann, warum ich manche lese und andere nicht! Macht ja auch nichts. Entweder sie gefallen mir oder nicht, das genügt als Kriterium für mich. Was wäre die Kochbloggerscene wenn wir alle die „kochbogger correctness“ gepachtet hätten, so wie du es anscheinend forderst? Ich glaube es wäre eine ziemlich langweilige Scene. Will ich die? Nein, da ist mir eine lebendige Scene doch schon lieber.

    Aber liebes Anterl, deshalb gebe ich dir trotzdem Recht und die Kochlöffelversandhausattacke finde ich trotzdem eine witzige Idee und hoffentlich strengen sich die Leute an und es gibt tolle Fotos.

    Es grüßt mit nachdenklichem Vorrausschauen

    Martin

  18. miau

    Endlich mal jemand, der mir aus der Seele spricht.

    Ich selbst bin weder Blogger noch Twitter geschweige denn Facebooker.
    Aber begeisterter Hobbykoch … darum treibe ich mich rum in diesen Gefilden.
    Und u.a. auf deinem Blog …

    Vor allem in einem muss ich dir Recht geben:
    Es gibt bei den Kommentaren in einem (sehr beliebten ?) Foodblog einen Blogger (m/w ?), der keinen einzigen Beitrag auslässt, seinen Kommentar-Müll abzusondern. Hauptsache, ich habe mich verewigt in der Hoffnung, der eine oder andere besucht meine Seite …

    Aber, liebe Wienerin (wir sind Seelenverwandte – I am a Bayer) eins hast du vergessen. Absichtlich?
    Ich habe in keinem Kommentar zu Foodblogs gelesen, dass ein Nachkocher schreibt: „Das kannst du selber fre….. Ungeniessbar!“.

    Warum wohl?
    Warum liest man keinen einzigen negativen Beitrag?
    Dass jedem alles schmeckt … traumtänzerisches Denken!

    Servus nach Wien
    miau

    P.S.
    Das Erwähnen „Katzenberger/Drews“ hättest du dir schenken können.
    Lasst doch die beiden wo sie sind …

  19. Niemals nie nicht kann ich mir vorstellen, dass mir ein intelligenterer und sachgerechterer Kommentar einfällt, als der von Robert, der außerdem auch noch ganz großartig fotografiert ist.

    Und was das Stöckchen angeht, habt Ihr Recht; natürlich! Freu mich trotzdem drauf zu erfahren, was mir dazu einfällt und was sich davon realisieren lässt.

  20. Wie immer sehr schön geschrieben🙂
    Trotzdem lese ich sehr gerne Blogs (jetzt habe ich wirklich „Blögs“ geschrieben), die Rezensionen über Packerlsuppen, Bücher oder auch Seife schreiben (leider trauen sich die wenigsten ehrlich zuzugeben, dass sie hin und wieder ein Fix zum Kochen nehmen und zerreissen die armen Frau Maggi und Herr Fix ohne ein Fünkchen Mitleid). Die Amerikaner haben z.B. schon längst entdeckt, dass Blogger Meinungen bilden. Was gut ist! Warum soll ein guter Blogger nicht Geld damit verdienen?
    Ich bewundere da jedesmal die Pioniers Frau, die bloggt, Kohle damit verdient und Romane und Kochbücher schreibt und noch mehr Kohle macht. Wenn sie gut ist … warum nicht?

  21. Liebes Anterl,

    wie du so schön schreibst: „Was dabei schade ist, dass das Bloggen als Freizeitbeschäftigung und objektive Berichterstattung dabei komplett verloren geht“
    Allerdings will ich gerade keine objektive Berichterstattung in den Blogs. Wenn dein Blog objektiv wäre, würde ich ihn gar nicht lesen, weil er ja dann langweilig wäre. Es gäbe ja nichts zu widersprechen und schon gar nichts an dem man sich reiben kann.

    @Alex. Da krieg ich echt die Wut, wenn ich das lese. Aber du musst dich nicht wundern, wenn du etwas zur Diskussion stellst, dass es auch welche gibt, die das dann nicht gut finden. Besser einfach ausprobieren und dann ehrlich dazu stehen. Es wird immer welche geben, die dich absichtlich falsch verstehen wollen. Denn der Spaß an der Sache ist doch das Wichtigste. Wegen den ewig misepetrigen etwas nicht zu machen, was soll das denn…..

    Außerdem ist es doch nicht von Haus aus negativ, wenn man versucht gelesen zu werden. Macht es Sinn, wenn man nur schreibt und keiner nimmt einen wahr? Und es ist auch nicht grundsätzlich böse, wenn man versucht sein ranking zu verbessern. Jetzt muss ich hier auch noch erklären, dass es mir natürlich egal ist, wie hoch ich in irgendwelchen Rankinglisten stehe, aber es mir nicht egal wäre, wenn mich keiner lesen würde. Jeder will doch gelesen werden, auch du liebes Anterl.

    Und bitte keine langweilige „Kochblogger correctness“! Es gibt immer noch für jeden die Möglichkeit, was einem nicht gefällt, aus welchen Gründen auch immer, einfach nicht zu lesen. Allerdings meine ich, das man trotzdem höflich miteinander umgehen sollte.

    Und wenn man denkt, das früher alles besser war, dann sollte man sich einmal überlegen, ob man vielleicht nur einfach im Denken älter wird.

    In diesem Sinne, denkt jugendlich und übt Toleranz

    Martin

  22. Ich unterschreibe bei Dir, lieber Martin. Jedes Wort. Das was Du zu Toleranz einforderst, habe ich versucht, mit dem Wunsch nach mehr Freude am und an Anderem/n auszudrücken.

    Die Gedanken von Alex kenne ich sehr gut, mich treiben sie auch oft um und alleine das ist doch schon schade, dass sich komische Gedanken in eine Sache schleichen, die mir so großen Spaß bereitet.

    Das vielbeschworene Thema der Rankings lässt mich nur noch grinsen. Ich habe dazu von meiner Seite ja eigentlich auch schon alles gesagt und kann immer nur gebetsmühlenartig Gleiches wiederholen:
    Wer sich in die Öffentlichkeit begibt, muss damit rechnen, verglichen zu werden.
    Wer sagt, dass es ihm egal sei, ob er gelesen wird oder nicht – nun, da würde ich noch zweimal nachfragen, warum er/sie dann schreibt. Oder öffentlich schreibt. Man kann Blogs ja auch geschlossen führen.

    Interessant finde ich, dass z. B. über das Wiko-Ranking soviel ernsthaft dummes Zeug geschrieben wird – und ich in vielfältiger Form ernsthaft dumm persönlich angegriffen wurde – erst seitdem ich über dieses Ranking schreibe. Zuvor hatten sich alle kuschelig eingerichtet, und nicht weiter drüber nachgedacht. Erst seitdem es thematisiert wird, schlagen die Wellen so hoch. Das Ranking war aber vorher schon da! Und (fast) alle waren auch schon immer mit dabei!😉

    Ansonsten plädiere ich für Vielfalt. Im echten Leben und im virtuellen. So wie ich nicht mit anderen Menschen reden und befreundet sein MUSS, muss ich Blogs nicht lesen, die mir nicht gefallen. Nur die Rumhackerei und Versuche von anderen, Bewertungen in „gut“, „schlecht“ und „besser“ durchzuführen – die stören mich ungemein. Und meinem Empfinden nach ist genau dies eine Entwicklung, die MIR unangenehm auffällt. Dass Blogger Werbung schalten, weil sie vielleicht viel Zeit und Mühe in ihre Seiten investieren, finde ich nicht schlimm. Und es gibt genug Printmagazine, die beweisen, dass sich Werbung und Qualität keinesfalls ausschließen müssen. Ich glaube auch, dass dieses Thema derzeit nur in Deutschland so verkrampft gesehen wird. Interessanterweise unter den foodbloggern ganz besonders, die Weinblogger beispielsweise sind da schon einen Schritt weiter in der Diskussion.

    Zu der Brigitte-Aktion habe ich mir noch keine Meinung gebildet. Eigentlich gefällt sie mir. Und ich überlege zur Zeit, ob sie mir vielleicht nicht gefällt, weil ich wieder diese komischen, von Alex oben beschriebenen Stimmen höre, dass sie mir nicht gefallen DARF!
    Ein Kreuz…

  23. Köstlich, liebe Ente!
    Ich habe ja schon mehrfach den Qualitätsverlust und die Ver-Einheitsbreiung bei den Bücher-Blogs bekrittelt, und es ist ja gar nicht mal leicht, sich gegen die große Masse, die da mit Rezensionsexemplaren von mittelmäßigen Mainstream-Büchern zugeschüttet wird und sich so toll und „auserwählt“ vorkommt, abzuheben. Dass es dieses Phänomen auch bei den „Schminke-Mädchen“ gibt, hab ich auch so am Rande mitgekriegt. Die Sache mit den Koch-Blogs war mir allerdings neu, daher vielen Dank für die köstliche und pointierte Information.🙂

  24. michaela

    Wennst magst, melde dich bei mir. Ich lasse dir dann auf verschlungenen Pfaden solche Palmblätterschüsserl zukommen.
    Mich beschäftigt gerade der „Freundlichkeitsverlust“ der österreichischen Gastronomie und des Dienstleistungssektors. Liebe Grüße – michaela

  25. 😳 … erwischt. Da werde ich das Hölzchen schnell wieder beiseite legen und schön artig die Urlaubsfotos zeigen und kommentieren …😉

  26. @Toni: Hätte auch in die Hose gehen können.😉
    @Thea: Welche Ehre, hier einen Kommentar zu lesen. Ich denke so geht es vielen wie dir – ich darf das Blog-Du anwenden. Wir lesen oder schreiben Blogs zur Entspannung. Entspannung von einem anstrengenden Tag, der uns viel abverlangt: seine Persönlichkeit nicht zu billig zu verkaufen, überhäuft von stumpfsinnigen Werbebotschaften zu werden, ständig auf der Hut zu sein, ist dieser Tipp nun ehrlich gemeint, oder wir hinter’m Rücken dafür die Hand aufgehalten. Deswegen reagiere ich bei Privatblogs so sauer, wenn sie auch die Marketingmaschinerie anwerfen. Es wird einfach dann penetrant unangenehm.
    @mono: Danke, vielleicht finden dadurch wieder einige auf ihr altes Blogniveau zurück. Dann lese und kommentiere ich auch wieder mit mehr Freude.
    @AT_1: Davon schreibt wohl keiner, dass er bei Verlagen bettelt. Was man sehr oft liest, es werden ungefragt „zigtausende“ Bücher an Blogger verschickt und man könne sich kaum der Menge erwehren. Sei’s drum, wenn man ein Buch annimmt, sei erbettelt oder nicht, dann wird eine Gegenleistung erwartet und man befindet sich gewollt oder nicht in einer Geschäftsbeziehung. Das Private am Blog ist nachrangig, man muss geschickt seine Worte wählen, um zumindest mitzuschwimmen.
    Zugriffsstatistiken sind sehr kritisch zu betrachten, denn wer will schon von einem Suchroboter einen Heiratsantrag bekommen?🙂
    @Heike: Man könnte aber dazu übergehen zu Beginn gleich reinen Wein einzuschenken. Zum Beispiel: Es hat mich 15 Mails gekostet, bis ich den Verlag XY herumbekommen habe, bis er mir endlich ein Rezensionsexemplar von „Nudelgerichte lang und dünn“ zukommen ließ. Dann liest man den Rest schon mit ganz anderen Augen.
    @Eline: Vor JO hatte man zu kochen einen wissenschaftlichen Zugang. Über einen ausgezogenen Strudelteig hat man sich nur drübergetraut, wenn man 20 Jahre und länger erfolgreich eine 10 köpfige Familie versorgt hat. Mit JO wurde Kochen deppeneinfach. Jeder Schritt, Atemzug und Schnitt wird dokumentiert. Es ist nicht mehr schwer ein gutes Gericht auf den Tisch zu stellen und zwar ohne Beigabe von Fertigprodukten. Ich wüsste nicht, wenn nicht JO, wer sonst den Trend in Bewegung brachte.
    Die Sache mit dem Kochlöffel und AT finde ich kreativ und witzig, wie AT eben ist. Ich bin für solche verrückten Dinge zu haben und lese sie auch gerne. Aber eben die Gesellschaft, die sich um den Löffel anstellt finde ich auch ein bisschen peinlich.
    @Ellja: Ich gebe dir Recht. Es tut mir aber so leid, wenn ein liebgewordener Blog plötzlich die kommerzielle Schiene fährt. Ich kehre immer wieder, lese dank RSS den neusten Post und bin entäuscht.
    @AT_2: Wenn es den Bloggern um den Spaß geht und es viele witzige und originelle Bilder und Geschichten gibt, dann ist deine Idee aufgegangen! Schon alleine deshalb, weil ich ja auch unterhalten werden will. :-))
    Ob die guten Blogger nach dem Hype überbleiben, will ich so nicht unterschreiben. Eher die, die ein Ziel beinhart verfolgen, oder die eine dicke Haut haben. Das ist kein Qualitätsmerkmal.
    @Eline_2: Es werden auch Kommentare gelöscht, so wie ich das ab und zu mitbekomme.
    @küchenlatein: Dann solltest du die Ernüchterung vom Tisch wischen und wieder so bloggen, wie du vor 6 Jahren begonnen hast.
    @lamiacucina: pingt ganz herzlich back. darüber habe ich mich so gefreut und bis jetzt leider noch keine fangfrischen zwetschken bekommen, damit ich das nachbauen kann.
    @Tina: Für mich habe ich das Rezept gefunden, keine Zugriffsstatistiken anzusehen. Die höchsten Zugriffe haben meine Kochposts in diesem Blog – damit identifiziere ich mich nicht. Ich lasse mich nicht auf Vanillekipferl und Mohntorte runterbrechen!
    @Michael: Danke, ich freue mich auch über das Entendessert, wenngleich ich es mir mit Frau L teilen muss.😀
    @Alex (Chef Hansen): Ich habe bei dir noch nie gelesen, glaube ich …. aber das wird anders werden. Ich lese deine Freude aus dem letzten Blogpost „der mit dem Speck“ heraus. Darf ich dir als Österreicherin nur leise zuflüstern, der Kaiserschmarren ist dieses Mal leider sitzengeblieben.
    Ihr zwei habt aber Spaß gehabt, das gefällt mir! Die Zeitschriften des Verlags verschenkst du einfach in der Fußgängerzone, wenn dir die Verlosung schlaflose Nächte bereitet. :-))
    @Martin „einfach schönes Leben“: Das Sammelsurium an Kochbloggercharakteren fand ich gerade sehr lustig zu lesen. Ich überlege noch, ob ich eine kochblogger correctness suche und verlange: Nein, das ist ja dann wieder fad. Ich denke nach.
    @miau: Doch ich schreibe schon immer wieder, das würde ich nicht kochen, weil es mir nicht schmeckt. Oder das Fleisch hätte länger rasten sollen, weil der Saft blutigwässrig ist. (Siehe oben, der sitzengebliebene Kaiserschmarren von Chef Hansen). Alles Fehler, die mir auch in schlimmen Momenten passieren. Aber es stimmt schon, Kritik liest man wenig, auch wenn man daraus lernen könnte.
    @Stutz: !!!
    @Bulgariana: Oh, zu der Frau kann ich gar nichts sagen, weil ich kenne den Blog nicht. Der amerikanische Traum – ja wenn es welche gibt, die mit einem Blog ihr Leben finanzieren können, dann bitte. Aber ich muss die Werbeeinschaltungen darin auch nicht lesen, oder?
    @michaela: hehe, nein, die soll man doch mit chilis mitkaufen, weil das ist nachhaltig! :-))
    @rufus: der steirische Blog mit Stöckchenvorliebe.🙂

    — puh, ich hoffe, ich habe niemanden vergessen und bin auf vieles eingegangen —
    Danke für die schöne Diskussion, die hier stattfindet.

  27. Dabei habe ich jetzt schon soooo lange keines mehr…..😀

  28. Pingback: Meta-Blog | Tischgespräche

  29. Ich mache Werbung, ich schreibe über geschenkte Bücher, ein Stöckchen hab´ ich auch, bei facebook und twitter bin ich angemeldet; ich mach´ mich sogar im tv zum Affen. ES MACHT MIR SPASS, ICH MACHET NUR FÜR MICH. Wem´s nicht gefällt, braucht mein´ Gesülze nicht zu lesen. So einfach ist das.

  30. michaela

    Oh, sorry! Da habe ich das falsch verstanden.
    Bei meinen Streifzügen hier durch die Stadt habe ich diese Palmblättergrillschälchen in einem Shop gefunden. Nun sind sie ein begehrtes Mitbringsel. Solltest du also demnächst einmal auf einem Grillfestl diese Art Wegwerfgeschirr sehen, dann könnte es sein, dass wir die gleichen Leute kennen.😉

  31. @Claus: „Wem´s nicht gefällt, braucht mein´ Gesülze nicht zu lesen.“ Ich stelle ohnehin fest, dass eigentlich nur Foodblogger Foodbloggern als Leser und Kommentarschreiber treu sind.
    Möge der Reichtum auf deiner Seite sein, so lange dein Blog lebe. Amen!🙂

  32. @Michaela: Ich glaube das Geschirr mit dem Geschirrspüler zu waschen ist nachhaltiger, als Palmblattschalen aus irgendwo zu importieren. Das ist auch die Krux an der Sache, was alles als nachhaltig angepriesen wird. Aber der Hype um die Nachhaltigkeit wäre ja schon wieder ein ANDERES blogfüllendes THEMA.🙂

  33. Es wäre schön, wenn man Leser und Kommentarschreiber auseinanderhalten könnte.

  34. Beate

    Liebe Ente,

    auch ich bin ein Nichtblogger, was ausser mit eklatantem Zeitmangel auch mit den Fragen zu tun hat, ob es einfach ein privater Blog sein soll, was mir eigentlich am liebsten wäre. Da private Interessen sich aber durchaus mit dem Beruflichen vermischen, wären die Grenzen wieder schwer zu ziehen.
    Für mich als Leser ist es momentan so, dass mich Werbung eigentlich nicht stört, wenn sie in eindeutiger Form irgendwo rechts oder links aufgereiht ist.
    Was ich total abtörnend finde ist diese Schleichwerbung, die unter Vortäuschung originärer persönlicher Begeisterung eigentlich nur die Werbepartner zufriedenstellen soll.
    Aber letztlich kann man die Blogs lesen, die einem taugen und die anderen bleiben lassen. Die Qualität von Blogs mag man zwar an Zugriffen und Verweilzeiten messen können, aber die eigentliche Qualität zeigt sich doch an den Kommentaren, die total spannende Diskussionen sein können, oder 50 Platituden.
    Und hoffentlich bleiben die interessanten, lustigen, vielfältigen Blogs wie deiner.

  35. Einspruch! Unter meinen Lesern gibt es sehr viel mehr Nichtblogger als Blogger. Nur die Kommentarfreudigkeit ist auch bei mir von den Bloggern sehr viel höher. Das liegt wohl daran, dass es sich hierbei per se um sehr kommunikative Menschen handelt.

  36. ich liebe foie gras de canard liebe Ente und stehe voll dazu, ich hasse JO aus wahrscheinlich den gleichen Gründen wie Eline und ich nehmen Espelette schon seit so vielen Jahrzehnten in der Küche, da gab’s noch keine Blogs und in D. kannte es noch keiner.
    Chefkoch finde ich oberpeinlich und leider tummeln diese Besserwisser-Möchtegerne Ducasse sich jetzt bei den Kochbloggern rum, aber auch egal, man braucht den Schrott ja nicht zu lesen.
    Und was diese Publicitygeilheit angeht, tja, da leider nur wenige richtige PR Berater haben, ist das fürchterlich amateurhaft und dann gleich in solchen Wellen, dass es einem schlecht wird.
    Zum Glück gibt’s noch andere, die kochen ganz leise & still und verdammt gut.

  37. es ist schwer IMMER geistreich zu sein und IMMER das niveau zu halten, das gelang nicht mal beethoven oder thomas mann oder wie die alle hiessen, heissen, und heutzutage ist das noch schwieriger, denk doch mal an die beatles, stones, irgendwann haben alle ihr pulver mehr oder minder verschossen, comebacks sind selten und oft nur abklatsch!

  38. von den unendlich vielen eintagsfliegen in literatur, pop, blog, tv, film usw. will ich garnicht reden …

  39. Liebe Bolli! Dank der internetten Vernetzung reisen wir mit einem Wissensschnellzug durch die Welt, wo wir selbst der Informationsweitergabe an Schnelligkeit kaum mehr mithalten können. Wenn man früher nach etwas gesucht hat, dann hat es mitunter schon einmal bis zu einer Woche gedauert, bis man die richtige Antwort gefunden hat. Dafür kannte man die Quelle persönlich und man hatte das Glück ein geheimes Hausrezept „geschenkt“ zu bekommen.
    Mit den Produkten ist es nicht anders. Ich habe mir früher mühsam Averna und Montenegro aus Italien importiert, weil es den hierzulande nicht gab. Seit vorigem Jahr wurde Averna plötzlich als neu und zum Kultgetränk erhoben, dabei habe ich im Laufe der Jahre schon Liter meines Kultgetränkes wie ein Schwamm aufgenommen. Wiener Schnitzel isst man seit web2.0 in Deutschland auch nicht mehr mit Tunke, so weit haben Kochblogs bereits ihr Wissen verteilt und weitergegeben.
    Chefkoch hat mir schon ein paar Mal recht gute Rezepte beschert. Wenn ich mir die Zutatenliste ansehe, kann Ich recht gut einschätzen, ob ein Gericht schmackhaft wird oder nicht. Das hat mit chefkoch oder einem pipifeinen Hochglanzblog nichts zu tun, sondern damit welchen Qualitätsmaßstab man sich setzt, wenn ein Rezept online gestellt wird. Ich selbst stelle die Freude am Teilen in den Vordergrund und nicht, wie viele Menschen meinen Blog lesen, oder ob vielleicht Verlage bei mir wegen einer Buchrezension bei mir anklopfen. Mein Blog ist rein privat und ohne jeder unternehmerischen Absicht!
    Meine Bitte an alle, die einen kommerziellen Blog betreiben, dies auch explizit zu deklarieren! Redaktionelle Artikel die eine Werbebotschaft übermitteln, müssen auch als solche gekennzeichnet sein. (Die Frage ist, ob dabei das Mediengesetz §26 zur Anwendung kommen könnte, wenn dies nicht geschieht.) Ich will nicht lesen, dass ein Teig mit Thermoschrott gemixt wurde, oder der Schweinsbraten mit der ISBN Nr 12345 vom Verlag 0815 besser schmeckt. Viel wichtiger ist mir sich auf die Botschaft zu konzentrieren, die ich sende und nicht ob ich das wirtschaftlich verwerten möchte.
    Ob jemand gut oder schlecht kocht sei dahingestellt. Es gibt hochdotierte Köche, die ein Gschiss um das machen was am Teller ist, dafür viel Geld verlangen und allevon weit hinpilgern. Es schmeckt aber nicht. Erinnert mich an diesen deutschen Sekt mit Goldflitter. Wofür? Kochen ist und bleibt eine Passion. Die einen haben ein Händchen dafür und schütteln alles aus dem Ärmel, die anderen plagen sich schwer, um einen Teig herzustellen. Wenn das Rezept gut ist und die Zutaten frisch und qualitativ hochwertig sind, dann schmeckt es. Somit stelle ich die Behauptung auf, wer lesen kann, kann auch kochen. katha ist da nicht meiner Meinung. ich rücke dennoch nicht ab. Kochen ist: Gutes Rezept, gute Zutaten, genau lesen, sich Zubereitungstipps holen und ein Gspür beim Anrichten haben. Das Auge isst mit. That’s it! Und daran erkennt man, ob jemand kochen können will, oder nicht. Es gibt nichts Schlimmeres als lieblos hingeklatschtes Essen.

  40. Wer lesen kann, kann auch kochen? Ja, wenn er das (für sich) richtige liest. Und genau das ist ja der Vorteil der Blogger-Szene. Man kann sich „einlesen“ und dann entscheiden, ob einem das gefällt und – irgendwann auch mit blindem Vertrauen nachkochen. Schöne Fotos sind natürlich was Feines, aber ich kann auch ohne leben, wenn die Rezepte klar und nachvollziehbar sind (und nicht zuviel Wissen voraussetzen)

  41. Pingback: GBPF: Portwein-Feigen-Challenge | Tischgespräche

  42. @Michael: Blind vertrauen – mhmm, mach ich nicht. Wenn ich mit diesem Menschen noch nie gemeinsam gekocht habe, dann weiß ich nicht, auf welchem Stand das Basiswissen ist und ob man im Schmecken auch harmoniert. Unter meinen Freunden und Bekannten habe ich nur einen Freund, dem ich kochseits blind vertrauen kann. Er kocht mit Gefühl und nicht mit Stoppuhr und Briefwaage.
    (Gute Fotos mag ich sehr, egal aus welchem Genre.)

  43. Na ja, auch beim „blinden“ Vertrauen kann man ja mal mit einem Auge blinzeln, das zählt nicht.

  44. na ja, Ente, somit hat sich dann das Bloglesen für Dich eh auf vielleicht nur Deinen Blog beschränkt, denn wie oft wird ein Küchengerät erwähnt, ein produkt, ein Buch etc….Und die meisten der hier kommentierenden gehört dazu, gekennzeichnet ist dort übrigens nichts als Werbung!

  45. stimmt, da bin ich nicht deiner meinung. halte das für eine elitäre, zumindest aber recht eingeschränkte sichtweise, hab’s bei mir drüben eh grad in einem kommentar ein bisserl genauer erklärt, wie ich’s meine. das gehört aber extra diskutiert, weil wichtig. denn lebensmittelqualität und -auswahl (das, was es über die herkömmlichen vertriebsschienen zu kaufen gibt) sind nicht zu trennen vom kochanspruch und -vermögen der menschen, die diese lebensmittel kaufen.

  46. @Michael: Diejenigen, die bei meiner kritischen Auswahl übrigbleiben, denen vertraue ich blind! Uneingeschränkt!

    @Bolli: Die Kochblogs werden auch von Tag zu Tag uninteressanter und langweiliger. Die Themen sind ausgeschöpft. Viele Feeds klicke ich nicht einmal mehr an, einige habe ich verärgert bereits aus dem Feedreader gelöscht, weil sie meine Zeit stehlen und absolut unspannende Inhalte liefern.
    Die Idee von AT, eine Listung ausgewählter Einkaufsquellen auf die Beine zu stellen, ist wieder einmal ein kreativer Durchbruch. Endlich werden Regionalität, Qualität und Kleinunternehmer gefördert und gratis promotet. Jetzt muss auch noch der Kochstil zu diesen Gedanken passen. Wenn ich nämlich ein Fleisch einvakuumieren muss und x Stunden im Wasserbad köcheln lasse, dann ist das derartig abgehoben und ist nicht bodenständig.

    @katha: Ich glaube, wir müssen eine Definition für’s Können finden, dann befinden wir uns in der Argumentation vermutlich ohnehin auf einer Linie.😉

  47. das kann ich mir gut vorstellen. und wir sollten das bei einer auswahl der besten wiener kipferl tun, sprich beim 5. wiener jourdoux, zu dem ich dir und frau titilaflora demnächst ein mail schicken werde.

  48. schön, wie Du dann doch immer noch eine dezent draufhaust mit dem Vakuumgaren zB…gefällt mir sehr.
    Ich finde AT‘ Aktion absolut überflüssig, denn sollte es nicht eh so sein und wird von sehr vielen eh schon verfolgt?

  49. Pingback: Gehalt-voll | Tischgespräche

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