Die Ente fährt fasten

Sehr spannende Sache das ist. Vor etwa 6 Wochen, im Zustand großer Erschöpfung und fragen nach dem Sinn, hatte ich mir mein Eibrett auf die Knie gelegt und bin einmal auf die Suche gegangen.

Was will ich? – Mei heilige Ruh (wie meine Oma selig zu sagen pflegte).

Was erwarte ich mir? Ruhe (wie oben), die Mitte finden, Zeit für mich haben.

Was wird mich erwarten? Ruhe (siehe oben), ein Haus mit gleichgesinnten Wahnsinnigen, ein Speisenangebot, das unter Heilfasten läuft.

Nach einigen Rechercheabenden und gesurften Ausflügen in Schweigeklöster, 5-Sternhütten, Spa’s, trockenen Semmeln und Gemüsesüppchen mit nichts, habe ich mein Ding gefunden – so hoffe ich. Es wird mich ins Allgäu verschlagen. Tante B, die Münchner Verwandtschaft ist immer ins Allgäu auf Urlaub gefahren – weil’s da so schön ist. Das Haus wird zu dieser Zeit nur von heilfastenden Mitbewohnern bevölkert sein. Die Gegend ist schön (grün) und lädt zu Spaziergängen, oder vielleicht Wanderungen ein. Vielleicht lege ich mich aber einfach nur in die nächste Wiese, schließe die Augen und fliege ins gedankliche Nichts.

Bei meinen Freunden ernte ich nur mildes Kopfschütteln. Sie beginnen Sätze wie: „Hoffentlich sehen wir uns noch einmal, bevor du heilfasten gehst.“, die klingen, als würde ich im Mai das Schafott besteigen. Im Moment bin ich noch ganz gelassen. Ich habe mich noch nicht im Detail auf mein Abenteuer vorbereitet: Keine Bücher zusammengesammelt, keine Reiseroute geplant und noch keine Packliste geschrieben (die ich sowieso nie schreibe …). Ich möchte alles auf mich zukommen lassen, ohne Stress, ohne Hektik, aber mit einer heiligen Ruh!

Währendessen werden sich in den Fressblogs die Tische biegen. Es wird in allen Farbenkomponiert und mit besonders seltenen, aber biologischen weit importieren Lebensmitteln gekocht. Man hyperventiliert beim ulitmativen Bärlauchrezept und twittert 8-gängige Menüfolgen, für die man um 7 Uhr früh zum Markt hetzt. Aber vielleicht wird es mir auch gar nicht so gut gehen. Ich werde mir im Bergsee den Arsch abfrieren und von einem Schokotörtchen mit Sorbet träumen. Vielleicht werde ich das alles aber auch gar nicht vermissen. Wie ich schon sagte, es wird ein spannendes Abenteuer!

(Wo ist die Vorschau im neuen WP Outfit? Na egal, publish!)

19 Kommentare

Eingeordnet unter Nicht kategorisiert

19 Antworten zu “Die Ente fährt fasten

  1. Verbeugung.
    Auch und gerade vor dem letzten Absatz,

    Bei mir kommentierte neulich Su trefflich, dass sie dieses Gerede von Genuss für sehr dekadent halte.

    Gehab dich wohl! Komme zurück!

  2. Hallo Heike, schön dich hier zu lesen!
    Genuss ist ganz und gar nicht dekadent, sondern kann auch sehr bodenständig und einfach sein. Denn unter Genuss verstehe ich so vieles und davon ist ganz wenig zu essen.

  3. George

    Die heilige Ruah, ja, das hat meine Oma selig auch immer gesagt. „I brauch mein heilige Ruah, sonst wear i no ganz narrad (oder narrert?)“ Das ’narrad‘ kam wohl aus dem Niederbayrischen wo sie her war, hier sagt man ja narrisch.

    Ich bin auch mal gespannt wie dir das zusagt, ich kenn dich ja nur als Ente auf dem Sprung, sozusagen. Entweder du kommst als junger Hupfer wieder, oder du flüchtest bei Nacht und Nebel an einem Seil aus Leintuchstreifen aus dem Schweigeklosterfensterl🙂

  4. Ich werde schon sprechen – zumindest mit mir selbst.🙂

  5. Genuss kann auch sein, überhaupt was zu essen zu haben. Da scheren mich -verzeiht, ihr lieben- besondere teure Würzmischungen oder Superzitronen dann überhaupt nicht mehr.
    Das Verhältnis dessen, was der Körper braucht zu dem, was die Seele braucht erfährt unglaubliche Achterbahnen.

  6. Es wird wahrscheinlich von allem etwas sein. Während meiner eher übersichtlichen Fastentage verspüre ich zwar wenig Hunger, aber vermisse trotzdem das Essen. Den sozialen Vorgang und vor allem, ganz reell, etwas zu Beißen zu haben.

  7. Das Eibrett lass vor allem zu Hause. Ohne Eibrett wirst Du wieder zur inneren Ruhe finden. Auch keine Zeitungen. Allenfalls der Lokalteil des Allgäuer Anzeigers mit den Anzeigen für Viehmärkte, Beerdigungen und Jahrzeiten. Wir wollen Dich gesund zurücke !

  8. „Fast“ wär ich neidisch geworden; wenn da nicht das „Fast“en wäre. Als Nachkriegskind krieg ich da immer so ein komisches Frösteln und ganz eingefallene Wangen …

  9. solange du erst nach samstag – stichwort topfengolatschen und jour doux – fährst, ist mir alles recht😉 (mutig finde ich das!)

  10. Das Eibrett nimmst besser als Schneidbrett – zum Surfen gibt’s Vernünftigeres🙂

  11. Man muss ja nicht immer das eine verteufeln, währen man dem anderen huldigt. Ich find, dass alles seinen Platz zu seiner Zeit haben kann. Ruhe suchen (und finden) und mal weg von der ganzen Esserei – sehr schöner Gedanke. Zurückkommen, erfüllter, gestärkter, fast neu und dann auch wieder mal den kleinen Luxus eines Schokotorterls genießen – ebenfalls schön. Lass es dir jedenfalls ganz gut gehen und leg dich unbedingt in die Wiese!

  12. feine tat fürs biomaschinchen…
    es wird es dir ewig danken…
    und im allgäu ist es ja sooooooo schöööööön
    i know🙂
    grüßle ans fastenentle vom lu

  13. awtchen

    Servus!
    (Kennst mi scho no, oder!?..;-D

    Viel Spass auf der Alm!
    (Gruß aus der guten Stube!..;-)

  14. @heike: ich dachte, dir schon geantwortet zu haben … komisch.🙂
    körper und seele – sollen beide fein im gleichgewicht sein. das erhoff ich mir.

    @schnickschnackschnuck: den sozialen vorgang will ich bewusst ein wenig reduzieren, weil ich mich selbst wieder ein bisschen mehr widmen möchte. man ist halt so viel (auch) mit freude für andere da und vergisst oft, wer man selbst ist. (ich hätte nie gedacht, jemals so etwas zu sagen!)

    @lamiacucina: allgäuer anzeiger – hat der auch so schöne sterbeanzeigen?

    @michael: so schnell fallen die wangen nicht ein.😉

    @mhhmmm, krankheitsbedingt bin ich leider ausgefallen.

    @rufus: ich segle lieber, alsdass ich surfe.🙂

    @ellja, so hab ichs mir vorgestellt. wiese unbedingt und gänseblümchen schauen!

    @mono, hoffentlich wird’s wetter passen (stoßgebet!)

    @awt, kloar kenn ich dich. wie schön, dich anzutreffen.😀 ob das ava verlinkt zur heimstätte, zwecks gegenkommentar?

  15. viel spass und gutes erholen – und: vorortimpressionen bitte via instagram!🙂

  16. mensch musst du lange fasten bis das wetter endlich besser wird😆
    aber JETZT, endlich…darfst du wieder was essen…
    lg vom lu

  17. Fasten? Kein Problem. Natürlich nur unter bestimmten Voraussetzungen. Kuchen z.B. ist ja kein Essen, sondern gehört zu den unveräußerlichen Grundrechten, die einem unter gar keinen Umständen verwehrt werden dürfen.

    Gute Erholung!

  18. hhhmmm…fasten nun vorbei?
    nun wieder was anderes außer brei?
    *lächel*

  19. Liebe Ente, bist eh nicht verhungert? Auf dem Rückweg kannst du gerne auf ein Jauserl vorbeikommen :-))

    LG aus dem Salzkammergut

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