A schene Leich

wie wichtig ist mir/euch das?

Die liebe Weltbeobachterin meldet sich nur mehr selten zu Wort. Aber wenn, dann hat es in sich. So trat sie schon im September eine Gedankenlawine in mir los, die mich noch immer beschäftigt:

Ist es mir wichtig, was mit einem nach dem Tod passiert? Will man so liegen, wie der Lust- und Ziergärtner auf einem verwunschenen Friedhof?

Friedhof St. Marx

Wird man verbrannt?
Will man von seiner Grabstätte eine schöne Aussicht haben?
Liegt man unter einem Baum, wo das Hunderl in der Zeit danach seine Äußerlrunden dreht?
Soll die Grabstelle bepflanzt werden und wenn ja, wie?
Oder ist einem das einfach alles wurscht?

Auslöser war dieser Artikel im Bestatterblog von Peter Wilhelm, einem Autor der längere Zeit in diesem Gewerbe arbeitete. Die Geschichten sind „wahre Fikton“.

Die Diskussion hat weltbeobachterin per twitter ausgelöst. Lies nach, was die anderen davon halten:

A schene Leich:

Muss man bei einem Begräbnis im Mittelpunkt stehen?

Grabplatte wie die Wiener🙂

Friedwaldbestattung heißt das Frau Ente!

Moser „Erst wenn’s aus wird sein … da pock ma die siebn Zwetschkn ein … und solaung ois noh a tulli gschdöhdes Mahdl doh, do sogn mia Weana joh, hoit joh, und foan ned oh.“

15 Kommentare

Eingeordnet unter befindlichkeiten, Die Welt

15 Antworten zu “A schene Leich

  1. nunja, der TOD ist immer wieder ein gutes thema, neben dem leben und der liebe, die ja auch beide sterben können, und beerdigt werden, dann irgendwie…

    ICH stelle mir das alles so vor:
    https://mono8no8aware.wordpress.com/2011/06/13/ruckkehr-zur-ewigen-einsamkeit/

    aber letzten endes doch egal welche art von tod, welche art der bestattung…
    iss doch eh egal, oder?!

  2. Ein kleines Edelsteinchen lass‘ ich aus mir machen – da hat sFrauli später auch noch was von mir…😉

  3. no ja, wenn der Wiener in den Himmel kommt, statt der Schrammeln spielt die Urgeln…
    Zum Sehn gibts eh nix mehr, wenn man mal tot ist. Nicht aus dem Dotenschädel. Also, schöne Aussicht hin und her, vergiß es.
    Also, ein schönes Stück ERde, zwei m² groß und sechs Fuß tief. Und als Grabaufschrift sowas wie „Pfarrer Hinrich Goldmund – heute keine Sprechstund!“

  4. I brauch kan Pflanz, i brauch kan Glanz, i brauch ka scheene Leich…
    Mir eigentlich sowas von wurschtig. Andererseits muß ich zugeben daß ich, im Gegensatz zu früher, heute gerne an Gräber gehe, vor allem das meiner Großeltern. An die Menschen denken kann man auch so, aber irgendwie fühle ich mich näher wenn ich am Grab bin. Wie gesagt, das ist noch nicht lange so, aber steht eigentlich im Gegensatz zu meiner EInstellung daß ein Grab nutzlos ist.

    Natürlich ist mein Verhältnis gerade zu meiner Oma sehr innig gewesen. Daß meine Schwester in meinem Fall so empfinden würde bezweifle ich mal🙂

  5. joulupukki

    Obwohl ich gerne auf Friedhöfen spazieren gehe und mir mit Vorliebe alle möglichen Geschichten zu den Verblichenen ausdenke, gehe ich Gräber von Verwandten oder Freunden nie besuchen. Ist schwer zu beschreiben, aber für mich fühlt sich das so an, als würde ich ihr Andenken in meinem Herzen damit schänden.
    Und auch selbst ist mir die Vorstellung in kalter nasser Erde begraben zu werden und dann langsam der ganzen ungustigen Zersetzungszeremonie ausgesetzt zu sein ein wahres Gräuel. Der erste Wurm … pfui deibel aber auch. Nein, nein … entweder der Anatomie vermacht (z’weng der Freud noch einmal in den Armen eines jungen Studenten zu liegen) oder hübsch sauber verbrannt in kleinen Schwebeteilchen hoch droben über der Welt davonzufliegen fühlt sich doch viel richtiger an!

  6. joulupukki

    Mein liebstes Wienerlied zum thema Tod ist das:

  7. @finbarsgift: ja, das ist eben die frage. in der familie haben wir zur zeit drei grabstellen zu betreuen und es kommt auf jeden fall noch eine dazu. weißt du was das für eine arbeit ist! und ich denke mir, ich will das niemanden meiner nachkommen antun. und wie schon unterhalb erwähnt, im herzen trägt man seine liebsten ständig bei sich. auch die gestorbene liebe – mit all den schönen erinnerungen und trauer.

    @rufus: feine idee. von an brüller hat man etwas!

    @wolfram: ein schönes stück erde …. was ist schön?

    @George: Mir geht es da wie joulu. Ich gehe sehr selten auf eigene gräber. Es ist verpflichtung. ein schauferl, a paar erika, ein kerzerl und hamma auch nicht die streichhölzer vergessen?
    genussvoll gehe ich nach getaner arbeit durch die grabzeilen und denke mir, wir dieser mensch wohl gelebt haben wird.

    @joulu: wir sind uns ähnlich – siehe oben.
    erst wanns aus wird sein ist gut, das find ich noch besser (als neuwirth fan) – unter dem motto „gwochsn wär er nimmer mehr“.

  8. weltbeobachterin

    nun danke, ich werte deinen ersten Absatz als Kompliment.
    ich bleib da dabei, so a grabplattn ist häßlich oder diese ministeinderl – da kommt das Unkraut erst recht zur Geltung… hätte ja am liebsten einen Apfelbaum am Grab…

  9. ..“Es lebe der Zentralfriedhof und alle seine Toten“..;-)
    (W.Ambros)

  10. Ich für mich fände die Idee mit der Asche verstreuen schon sehr gut, aber darf man ja bei uns (noch) nicht… andererseits gehe ich inzwischen gerne zu meiner Mama in den Friedhof, weil ich älter werde. Früher wäre mir das wurscht gewesen, aber inzwischen ist es ein Trost, einen Ort zu haben, wo man auch die geliebten Verstorbenen noch irgendwie besuchen kann. Und schließlich sind ja all diese Rituale ja nur für die Hinterbliebenen gemacht, da braucht man sich ja nix vormachen. Aber das kann ja auch ruhig so sein.
    WB, das mit den Plastikblumen find ich auch schlimm. Sicher, wenn ich ans Grab komme, dann warten da abgeblühte und verdörrte Blumerl auf mich, die ich dann erneuern muss, aber die sind mir tausend Mal lieber, als so ein Plastikstrauß, schrecklich!

  11. @AWT: merke, es heißt: dodn.🙂

  12. @ellja: prinzipiell stimme ich dir zu, dass trauer, grabstätten und begräbnisse für die hinterbliebenen sind.
    plastikblumen willst du nicht sehen. willst du auch keine auf deinem grab?
    ich hatte eine tante, die hat minutiös ihr begräbnis geplant. sogar eine zeichnung anfertigen lassen, wie die bäumchen gesetzt werden.
    meine oma, hat im testament verankert, dass ihre schwester nicht von ihrem tod und damit begräbnis erfahren darf.
    und da denk ich mir, ob ich vielleicht zu oberflächlich bin, weil mir das egal ist?

  13. @weltbeobachterin: ein apfelbaum ist eine tolle idee! da hat die nachwelt etwas! (ich bin so pragmatisch …)

  14. nein, ente, ich fände es traurig, wenn ich sogar nach meinem tod noch die kontrolle über alles behalten wollte😉. dann könnt ich sogar mit plastikblumen „leben“ … aber frag mich in 20 jahren nochmal, weil je näher das sterben umso anders denkt man dann vielleicht.

  15. ja, ich verstehe deine antwort…
    kennst du den film the long run?
    dort werden alle menschen mit 30 sauber sublimiert
    absolut keine „entsorgungsprobleme“ …
    sie steigen dann in eine „kiste“, knopfdruck
    und schon verpufft…
    ob sowas auch mal irgendwann hier auf erden
    kommen wird?!

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